Headhunter suchen ITler mit BWL- und Branchen-Know-how

April 21, 2010 on 8:11 pm

Headhunter suchen  ITler mit BWL- und Branchen-Know-how

Versteckte Helfer im Hintergrund – das sind die meisten Softwareprogramme. Sei es in Geräten wie Waschmaschinen oder in Unternehmen. Deshalb benötigen die IT-Fachleute von heute mehr als IT-Know-how, sagen Experten. Doch ITler mit einem solchen Profil sind rar. Entsprechend gesucht werden sie von Unternehmen.

„Trotz Krise gute Chancen für ITler.“ Das verkündete während der jüngsten CeBIT der Branchenverband BITKOM. Und auch die Bundesagentur für Arbeit ließ anlässlich des jährlichen Branchen-stell-dich-eins verlauten: Selbst in der aktuell schwierigen Arbeitsmarktsituation seien die Perspektiven für IT-Fachkräfte relativ gut. Deshalb und aufgrund der signalisierten Bedarfe der Unternehmen gehe sie davon aus: Auch künftig bestehen im IT-Bereich glänzende Beschäftigungsaussichten.

Diese Einschätzung teilt Prof. Dr. Michael Löwe, Leiter der Abteilung Informatik an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) Hannover – „denn die Informationstechnik ist eine Schlüsseltechnologie“. Ohne IT geht heute in den meisten Betrieben nichts mehr. Doch nicht nur dies. Auch in immer mehr Endgeräte sind kleine elektronische Helfer integriert. Das schafft weitere Arbeitsfelder für Softwareentwickler. Vor allem in den Bereichen Software und Service sieht denn auch Stefan Pfisterer, Arbeitsmarktsexperte bei BITKOM, gute Perspektiven für IT-Fachleute.

Veränderte Qualifikationsanforderungen

Gewandelt hat sich aber das Anforderungsprofil an ITler. Darüber sind sich die Experten einig. Zwar würden auch weiterhin Softwareentwickler gesucht, die wochenlang still vor sich hin programmieren. Doch immer seltener. Gefragt seien „teamfähige IT-Spezialisten, die mit anderen Experten maßgeschneiderte Problemlösungen entwickeln können – fürs eigene Unternehmen und für Kunden“, betont Prof. Löwe. „Die Informatiker von morgen müssen auch in anderen Fachgebieten zumindest ein Überblickswissen haben.“ Ähnlich äußern sich Unternehmensvertreter. So zum Beispiel Axel Schnuck, der bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall den Bereich Procurement & Technologie leitet: „Wir brauchen ITler, die auch das nötige betriebs- und finanzwirtschaftliche Fachwissen haben, um die Geschäftsprozesse in unserem Unternehmen zu verstehen.“ Aus einem simplen Grund: Die von den ITlern entwickelten Programme sollen stets eine Funktion im Unternehmen erfüllen – zum Beispiel den Kundenbetreuern das Beraten der Kunden erleichtern. „Also müssen die Programme so perfekt wie möglich die realen Kundenwünsche abbilden.“

Hinzu kommt: Kein Großunternehmen existiert erst seit gestern. Also haben sie auch eine gewachsene IT-Landschaft. Und diese ist zum Beispiel bei Finanzinstituten wie Schwäbisch Hall noch weitgehend von Großrechnern geprägt. Denn Sicherheit und Zuverlässigkeit sind für sie zentrale Erfolgsfaktoren. Folglich müssen die neuen IT-Programme, wie Schnuck erklärt, „selbst wenn sie in modernen Sprachen wie JAVA programmiert sind, an die Großrechnersysteme gekoppelt werden und mit diesen über eine intelligente Verzahnung harmonieren.“ Deshalb müssen die ITler auch von Großrechner-Architekturen und Programmiersprachen wie COBOL Ahnung haben.

Unternehmen finanzieren Studium

Informatiker, die neben dem gewünschten IT-Know-how auch das nötige betriebswirtschaftliche Know-how und Branchen-Know-how haben, sind rar. Deshalb setzen viele Unternehmen, die ITler mit einem solchen Profil benötigen, seit Jahren auf Selbsthilfe, wie Prof. Dr. Karl Müller-Siebers, Präsident der FHDW Hannover, konstatiert. Das heißt, sie finanzieren Berufsanfängern zum Beispiel ein duales (Wirtschafts-)Informatik-Studium, bei dem diese jeweils die Hälfte der Zeit studieren und im Betrieb arbeiten. Als Beispiele nennt Müller-Siebers den Automatenhersteller Höft & Wessel und die Versicherungsgruppe Hannover (VGH), mit denen die FHDW kooperiert. Auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall finanziert aktuell 20 jungen Männern und Frauen ein Wirtschaftsinformatik- oder Informationstechnik-Studium an den Dualen Hochschulen Villingen-Schwenningen und Mannheim.

Trotz dieses Engagements fällt es den Unternehmen schwer, ihren akuten Bedarf an (Wirtschafts-)Informatikern zu decken. Software-Entwickler und IT-Architekten gesucht, verkünden zur Zeit viele. So zum Beispiel die Deutsche Telekom und das Deutsche Bahn-Tochterunternehmen DB Systel. Auch bei der Schwäbisch Hall-Gruppe sind Informatiker-Stellen vakant, viele davon in der klassischen Anwendungsentwicklung.

ITler müssen auch Teamplayer sein

Dass die Unternehmen, die gesuchten ITler zuweilen schwer finden, liegt auch daran, dass diese oft in bereichsübergreifenden Projekten arbeiten sollen. Also achten die Unternehmen auch darauf: Welche Projektmanagementerfahrung bringen Bewerber mit? Außerdem: Wie sind sie als Person gestrickt? Verfügen sie zum Beispiel über die kommunikativen Fähigkeiten, die man zum Arbeiten in multidisziplinären Teams braucht? Denn noch immer gilt laut Prof. Dr. Elisabeth Heinemann, Professorin für Schlüsselqualifikationen am Fachbereich Informatik der FH Worms: „Viele IT-Projekte scheitern an der mangelnden Kommunikation – sei es daran, dass ein zu geringer Informationsaustausch erfolgt oder die Projektbeteiligten die Bedürfnisse der jeweils anderen Seite nicht verstehen.“

Das hat Schwäbisch Hall erkannt. Deshalb achtet die Bausparkasse bei der Auswahl ihrer IT-Mitarbeiter auch darauf, wie teamfähig und kommunikativ die Bewerber sind. Doch nicht nur dies. Bei größeren Projekten beziehen die Beteiligten aus den Fachabteilungen und die Entwickler für die Dauer des Projektes auch ein gemeinsames Büro, wie Axel Schnuck berichtet. „Denn die Erfahrung zeigt: Kommunikation und Zusammenarbeit funktionieren dann besser.“ Außerdem werden dann die gewünschten Projektergebnisse schneller, sicherer und kosteneffizienter erbracht, als wenn die Projektbeteiligten sich nur sporadisch treffen und in der Zwischenzeit nur per Mail und Telefon miteinander kommunizieren.

von Andreas Lutz, Büro für Bildung & Kommunikation, Darmstadt

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